Energiefluss und Erdung 1

In unserer Kultur ist der Grossteil der Energie nicht im Körper, sondern im Kopf zentriert. Diese Verlagerung der Energie bringt uns aus dem Gleichgewicht und führt zu einer mangelnden Erdung. Wenn sich der Grossteil der Energie in den oberen Körperregionen staut, kann dies auf physischer Ebene zu einem Ungleichgewicht im vegetativen Nervensystem* führen. Dadurch entstehen Ängste und ein überreiztes Nervensystem. Dieses Ungleichgewicht kann z.B. durch einen Unfall, eine Krankheit, belastende Erlebnisse oder auch durch schlechte Nachrichten verstärkt werden. Wir denken darüber nach in dem Versuch, diese Energie aufzulösen, unsere emotionale Reaktion darauf abzuschwächen, um mit dieser schwierigen Situation irgendwie zurecht zu kommen. Wenn dies passiert, haben wir ein niedriges Energieniveau, es fällt uns schwer, Entscheidungen zu treffen und Situationen zu verändern. Wenn du schon länger in diesem Zustand bist, braucht es wahrscheinlich eine längere und regelmässige Anwendung der Übung, um dich wieder vollständig zu erden.

* Das vegetative Nervensystem ist unwillkürlich und steuert Funktionen wie Herzschlag, Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Blutdruck…

 „Zehenklopfen“

Zehenklopfen ist eine Übung, die dazu beiträgt, die Energie zwischen Körper und Kopf ins Gleichgewicht zu bringen und gleichzeitig die Energie in den Beinen sehr stark anregt, sodass du mit dem Energiefeld der Erde in Kontakt kommst, das dich mit Vitalität und Leben füllt.

Aus Sicht der chinesischen Medizin regt es die Milz-, Leber- und Magenmeridiane an, die für den allgemeinen Energiestrom, unsere Vitalität und den Blutfluss zuständig sind. Ausserdem stimuliert die Übung den Lymph- und Blutfluss in den Beinen. Sie hilft gegen das restless-legs-syndrom (ruhelose Beine) und Schlafstörungen.

Da das Zehenklopfen eine so erdende Wirkung hat, eignet es sich auch hervorragend zur Behandlung von Angstzuständen. Man kann mithilfe dieser Übung Panikattacken eindämmen, und sie ist in einer solchen Situation oft leichter durchzuführen als eine Achtsamkeitsübung oder Atemtechnik.

Die Übung kann dir neue Kraft schenken, wenn du dich energielos fühlst, sie kann aber auch entspannen, wenn du überdreht oder angespannt bist.

Praktiziere das Zehenklopfen am Morgen, um die Energie zum Fliessen zu bringen oder auch abends, wenn du unter Schlafstörungen leidest. Du kannst sie auch in akuten Angstzuständen wunderbar anwenden, dabei ist es von Vorteil, die Übung vorher regelmässig ausgeführt zu haben.

Es wird ein bisschen Angewöhnungszeit brauchen, bis dir die Übung leicht fällt und du die Ausführung als wirklich angenehm empfindest – aber es lohnt sich auf jeden Fall, dran zu bleiben.

Die Übung                                                                           

Lege dich bequem auf den Boden auf den Rücken, bei Rückenproblemen (oder falls es für dich bequemer ist) kannst du dich auch aufs Bett oder Sofa legen. Lass die Hüften und Beine entspannt auf der Unterlage liegen, so dass die Füsse leicht nach aussen sinken. Drehe nun die ganzen Beine langsam aus den Hüften heraus nach innen und nach aussen, so dass die Füsse sich bewegen wie Scheibenwischer auf einer Autoscheibe. Die Fersen bleiben dabei in ihrer Ausgangsposition auf der Unterlage. Klopfe bei jeder Innenrolle mit deinen grossen Zehen aneinander und lasse dann die Beine wieder nach aussen rollen. Achte darauf, dass du die Beine nicht nur aus den Fussknöcheln, sondern aus den Hüften heraus drehst. Dann beschleunigst du die Bewegung, so dass deine grossen Zehen in schnellem Rhythmus aneinanderklopfen.

Je schneller du klopfst, desto einfacher wird dir die Übung fallen, weil der Schwung der vorigen Bewegung und die Rotationen in Hüften und Oberschenkeln dir dabei helfen.

Fast jeder wird bei dieser Übung Schmerzen in den grossen Zehen und ein leichtes Brennen in den Oberschenkeln spüren – das ist ganz normal und legt sich nach ein paar Minuten.

Schliess die Augen und entspanne dich. Es ist hilfreich, zu dieser Übung schnelle, rhythmische Musik zu hören, dann kannst du die Zehen im Takt der Musik aneinanderschlagen.

Beende die Bewegungen nach ein paar Minuten  (je mehr Übung du hast, desto länger kannst du sie ausführen) und bleibe ruhig auf dem Rücken liegen. Spüre in dich hinein und entspanne dich. In welchem Bereich deines Körpers ist dein Bewusstsein jetzt zentriert? Wie fühlen sich Füsse, Beine, Becken, Rumpf, Arme, Hände und Kopf an?

(Quelle: „ENERGIE HEILUNG – die Kräfte des Energiekörpers wahrnehmen, harmonisieren, nutzen“ von Ann Marie Chiasson)